Kreuzberger Gedenktafel für Opfer des Naziregimes 1933 – 1945

Gedenkkundgebung zum ersten „Tag der Opfer des Faschismus“ am 9. September 1945. Arthur Illgen, Willy Scheer, Georg Fleischer, Gustav Wegener, Johann Pierschke, Max Borrack und Heinrich Bartsch (ganz rechts) finden sich auf der Ehrentafel von 1947. Bild: Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO), Bild Y 1 - 1466/76

Die Gedenktafel mit den Namen von 100 Opfern des Naziregimes entstand in der frühen Nachkriegszeit auf Initiative des Kreuzberger Ausschusses „Opfer des Faschismus“. Zum 14. September 1947, dem „Tag der Opfer des Faschismus“, wurde sie eingeweiht. Zuvor hatten Hinterbliebene dem Ausschuss Informationen zu ihren ermordeten Ehepartnern, Eltern, Kindern übergeben. Bis heute ungeklärt ist, nach welchen Kriterien die 100 Namen ausgewählt wurden. Denn die Gesamtzahl aller Kreuzberger, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden, ist wesentlich höher.

65 Jahre nach Kriegsende hat sich die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) aufgemacht, die Lebenswege der 100 mit der Gedenktafel Geehrten zu recherchieren. Zum 27. Januar 2011, dem „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“, wurde der Öffentlichkeit dieses Infoterminal übergeben: Über einen Touchscreen, durch Berühren der Namen, kann jede einzelne Biografie aufgerufen werden. Sofern überliefert, werden auch ein Porträt sowie weitere Fotos und Dokumente präsentiert. Diese Opfer können nun in unserer Erinnerung weiterleben.