„Tag der Opfer des Faschismus“

Kundgebung zum „Tag der Opfer des Faschismus“ in der Werner-Seelenbinder-Kampfbahn Neukölln am 9. September 1945. Bild: Berliner VVN-BdA

Als im Sommer 1945 die Jahrestage der Ermordung Ernst Thälmanns, Rudolf Breitscheids und der Widerstandskämpfer des 20. Juli bevorstanden, ergriffen ehemalige Verfolgte des NS-Regimes die Initiative zur Begründung eines Gedenktages für die Opfer des Faschismus (OdF). Der Berliner Magistrat nahm sich des Anliegens an und rief erstmals für den 9. September 1945 zum „Tag der Opfer des Faschismus“ auf. Die neu zugelassenen antifaschistisch-demokratischen Parteien, die Jüdische Gemeinde, die Kirchen, die Gewerkschaften und Jugendausschüsse unterstützten den Gedenktag. Ihr Anliegen war es, Gedenken und Erinnerung mit Aufklärung und Mahnung zu vereinen. In den frühen Nachkriegsjahren kam es zu Gedenkkundgebungen an vielen Orten in allen Besatzungszonen.

Seit 1947 gehörte erstmals die neu gegründete „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN) zu den Trägern des Gedenktages. Sie beschloss, den Gedenktag für die Opfer des Faschismus jährlich in ganz Deutschland am gleichen Tage zu begehen: am zweiten Sonntag im September. Heute wird der OdF-Tag in Berlin als „Tag der Erinnerung und Mahnung“ weitergeführt und von einem breiten Bündnis getragen.