Gustav Wegener

geb.: 23. Mai 1908, Schwerin an der Warthe
gest.: 11. Dezember 1944, Hinrichtungsstätte Brandenburg-Görden

Wohnort: Lübbener Straße 28, Kreuzberg

Der Schriftsetzer Gustav Wegener gehört der KPD und der Internationalen Arbeiterhilfe an. 1928 geht er mit der französischen Fremdenlegion nach Indochina. Dort zieht er sich ein Magen- und Darmleiden zu. Er desertiert und kehrt 1936 nach Deutschland zurück.
In Berlin muss er seine Arbeitsstelle häufig wechseln, zuletzt ist er bei der Druckerei Anton Bertinetti beschäftigt. 1943 erhält er eine Krankschreibung auf Dauer. In dieser Zeit – er ist bereits mehrere Jahre für die illegale KPD tätig – lernt er Anton Saefkow und Franz Jacob kennen. Gustav Wegener und seine Frau Frieda werden in der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation aktiv. Unter dem Decknamen Hans nimmt Gustav Wegener an Leitungssitzungen teil, instruiert Funktionäre mehrerer betrieblicher Widerstandsgruppen in Berlin und ist an Herstellung und Vertrieb illegaler Schriften beteiligt. 1944 übersetzt und beantwortet er einen Brief französischer Kommunisten aus dem Kriegsgefangenenlager Fürstenberg/Oder.
Am 5. Juli 1944 wird er beim Drucken eines Flugblatts festgenommen, angeklagt und zum Tode verurteilt. Am 11. Dezember 1944 wird Gustav Wegener hingerichtet.

Gustav Wegener
Literatur und Gedenkzeichen

Ursel Hochmuth: Illegale KPD und Bewegung „Freies Deutschland“ in Berlin und Brandenburg 1942-1945, Berlin 1998.
Hans-Rainer Sandvoß: Widerstand in Kreuzberg. Bd. 10 der Schriftenreihe über den Widerstand in Berlin von 1933 bis 1945, Berlin 1996 (2. Aufl. 1997).

1946 bekommt Gustav Wegener nachträglich ein Grab im Ehrenhain des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde.
2005 werden für Gustav Wegener und seinen im KZ Dachau verstorbenen Vater, Hermann Wegener, am Bersarinplatz Stolpersteine verlegt.

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