Heinrich Bartsch

geb.: 13. September 1906, Gelsenkirchen
gest.: 11. Oktober 1944, Konzentrationslager Sachsenhausen

Wohnort: Arndtstraße 23, Kreuzberg

Im Ruhrgebiet aufgewachsen zieht Heinrich Bartsch 1928 nach Hennigsdorf und arbeitet dort im Walzwerk als Ofengehilfe. Beim 100-Tage-Streik der Walzwerker 1928/29 wird er in die Streikleitung gewählt. Das Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes und der KPD wird gemaßregelt und arbeitslos. Von 1931 bis 1934 arbeitet er als Lagerverwalter bei der sowjetischen Handelsvertretung in Kreuzberg. Nach 1933 leitet er im Auftrag der illegalen KPD Widerstandsgruppen in Berliner Stadtbezirken an, malt in Hennigsdorf antifaschistische Losungen an Zäune und Hauswände und ist an der Herstellung von Zeitungen und Flugblättern beteiligt. Am 5. November 1936 verurteilt ihn das Kammergericht zu drei Jahren Zuchthaus. Als er entlassen wird, weist ihn die Gestapo Mitte November 1939 in das KZ Sachsenhausen ein. Dort arbeitet er zunächst in der Schreibstube. Im Oktober 1942 wird er Lagerältester. Am 28. April 1944 wird er von dieser Funktion enthoben und am 11. Oktober 1944 mit 26 deutschen und französischen Häftlingen wegen „versuchter Meuterei und Aufwiegelung“ erschossen. Er hinterlässt seine Frau Elisabeth, die er 1929 geheiratet hat, und seinen 15-jährigen Sohn.

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Heinrich Bartsch
Literatur und Gedenkzeichen

Lebensbilder. Persönlichkeiten in der Geschichte Hennigsdorf, hrsg. vom Hennigsdorfer Geschichtsverein, Hennigsdorf 2000.
Mord und Massenmord im Konzentrationslager Sachsenhausen 1936–1945, hrsg. von Günther Morsch, Berlin 2008.

Heinz-Bartsch-Straße in Berlin-Prenzlauer Berg.
Stolperstein für Heinrich Bartsch in Hennigsdorf, Marwitzer Straße 44.
Gedenkstein auf dem Friedhof in Hennigsdorf.

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