Hermann Wolff

geb.: 29. Juni 1906, Berlin
gest.: Frühjahr 1945 in Ichtershausen verschollen, Ichtershausen (Thüringen)

Wohnort: Riemannstraße 4, Kreuzberg

Der gebürtige Berliner Hermann Wolff absolviert eine Lehre als Vermessungstechniker in Brieg/Schlesien. Nach einem Jahr Wanderschaft kehrt er 1926 nach Berlin zurück, tritt in die KPD ein und wird Mitglied der Roten Hilfe. 1928 heiratet er Elisabeth Tromke. Seit 1937 arbeitet er als Lagerhalter bei den Askania-Werken in Berlin-Mariendorf, einem großen Rüstungsbetrieb. Dort leistet er illegal Widerstand gegen das NS-Regime. Im Frühjahr 1944 wird er für die konspirative Betriebsarbeit der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation geworben, einer der größten Berliner Widerstandsgruppen. Er stellt seine Wohnung für Besprechungen zur Verfügung und erhält Flugschriften wie „Hitlergegner!“, „Wo bleibt der gesunde Menschenverstand?“ sowie die von britischen Soldaten abgeworfene „Luftpost“ vom März 1944.
Am 14. Juli 1944 wird er verhaftet und angeklagt. Der 5. Senat des Volksgerichtshofes verurteilt Hermann Wolff am 30. November 1944 zu zehn Jahren Zuchthaus. Zunächst verbüßt er die Strafe im Zuchthaus Brandenburg-Görden. Am 22. Februar 1945 wird er in die Thüringer Strafanstalt lchtershausen überführt. Von dort kehrt er nicht zurück.

Hermann Wolff
Literatur und Gedenkzeichen

Ursel Hochmuth: Illegale KPD und Bewegung „Freies Deutschland“ in Berlin und Brandenburg 1942–1945, Berlin 1995.

Am 18. November 2008 wird vor dem Haus Riemannstraße 4 in Kreuzberg ein Stolperstein für Hermann Wolff verlegt.

bilder/small/h_wolff_1.jpg