Ursula Goetze

geb.: 29. März 1916, Berlin
gest.: 5. August 1943, Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee

Wohnort: Hornstraße 3, Kreuzberg

Nach 1933 ist Ursula Goetze in einer Neuköllner Gruppe des illegalen Kommunistischen Jugendverbands (KJVD) aktiv. Sie schreiben und verteilen Flugblätter gegen das Naziregime und helfen Verfolgten bei der Flucht aus Deutschland. Nach dem Besuch der Höheren Handelsschule arbeitet sie als Stenotypistin. Bei einer Skiwanderung im Riesengebirge erklärt sie sich spontan bereit, illegale Schriften über die Grenze nach Deutschland zu schleusen. Auf der Abendschule lernt sie 1939 junge Hitlergegner kennen. Nach dem Unterricht diskutieren sie mit dem Psychoanalytiker John Rittmeister über philosophische und politische Fragen. 1941/42 stellt die Studentin an der Berliner Universität Mitstreitern aus der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ die elterliche Wohnung für Gespräche zur Verfügung. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Romanisten Werner Krauss, und 20 weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern beteiligt sie sich Mitte Mai 1942 an der Zettelklebeaktion gegen die antisowjetische Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies“ im Berliner Lustgarten. Deswegen wird sie Mitte Januar 1943 vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und am 5. August 1943 hingerichtet.

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Ursula Goetze
Literatur und Gedenkzeichen

Regina Griebel/Marlies Coburger/Heinrich Scheel: Erfasst? Das Gestapo-Album zur ROTEN KAPELLE, Halle 1992.
Werner Krauss: Ein Romanist im Widerstand. Briefe an die Familie und andere Dokumente, hrsg. von Peter Jehle und Volker Springborn, Berlin 2004.
Kreuzberger Antifaschistisches Gedenktafelprogramm 1985 bis 1990 und Gedenkzeichen an den Orten des jüdischen Gemeinde- und Kulturlebens vor 1941, Redaktion: Martin Düspohl, Berlin 1990.

Seit 1987 erinnert am Haus in der Hornstraße 3 eine von Christa Ludwig gestaltete Gedenktafel an Ursula Goetze.

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